Ostertagung 2013

Ostertagung 2013

Europa – Domus Communis

24. - 29. März 2013

im Humboldt-Haus des Internationalen Kulturzentrums Achberg
88147-Achberg, Panoramastraße 30 - Tel. 08380-335

  • Symptomatologische Betrachtungen im Zeitgeschehen: Der Geburtsprozess eines transnationalen Europas im globalen sozialen Organismus
  • Amerika – Europa – Asien: notwendiges Zusammenwirken als Beitrag zur Heilung des globalen Gesellschaftsorganismus – Welche Bedeutung haben die „Volksseelen“ und gibt es eine „Seele Europas“ ?
  • Welche Bedeutung haben die „Volksseelen“ und gibt es eine  
  • „Seele Europas“ ?
  • Vorbereitungen für die Etappe 2014 bis 2019ff: Hundert Jahre nach der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts und der 3x33-jährige Auferstehungsimpuls der Dreigliederung des sozialen Organismus
  • „Europa menschen- und zeitgemäß gestalten!“ – Kollegialisches Zusammenwirken in konkreten zivilgesellschaftlichen Projekten

1989 – noch in der Zeit der Ost-West-Spaltung – prägte Michail Gorbatschow die Vision vom "Gemeinsamen Haus Europa". Entspricht dieses Bild überhaupt einer Realität? Und wenn ja, welcher? Konkret: Gibt es eine spezifisch europäische Identität oder gar eine "Seele Europas", die uns berechtigt auf Europa als etwas Eigenes innerhalb des Gefüges der Welt (s. R. Steiner am 10. Oktober 1919, 4. Vortrag in GA 191) hinzuschauen?

Im Zusammenhang der Achberger Arbeit fokussierten sich diese Fragen seit Mitte der 90er-Jahre auf eine im Zeitgeschehen hervortretende Aufgabe: Im Prozess der europäischen Integration, wie sie mit dem Ende des 2. Weltkrieges begonnen hatte, trat gegen Ende des 20. Jahrhundert immer deutlicher die „Verfassungsfrage“ hervor; aus dem staatlichen Rechtsleben im europäischen Sektor des global werdenden sozialen Organismus wollte ein transnationalen Gemeinwesens neuen Typs entstehen.

Welchen Beitrag hat dieses neu zu gestaltende europäische Gemeinwesen zur Gesundung des globalen Gesellschaftsorganismus zu leisten? Kann es auf einer erneuerten Verfassungsgrundlage das eigene Geistes- und Kulturleben von der Fremdbestimmung durch Staats- und Finanzmacht befreien und wie kann es seinen Beitrag leisten für ein solidarisches Leben der Weltwirtschaft?

Diese Fragen wurden mit dem Beschluss des Lissabon-Vertrages 2009, der als magerer Rest der Verfassungsbemühungen seit 1999 übrig geblieben war, nicht einmal ansatzweise beantwort. Die allgegenwärtigen Krisen zeigen immer deutlicher, dass Europa noch kein konstitutionelles Fundament für eine neue sozialen Architektur hat, wie sie sich in Verlauf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerade in den Entwicklungsschritten der europäischen Integration eigentlich ankündigt.

Gerade das vergangene Jahr 2012 zeigte eine deutliche geschichtliche Symptomatik, die auf ein neues Aufkommen der europäischen Konstitutionsaufgabe für die nächsten Jahre hinweist. Diese Beobachtungen im Zeitgeschehen sollen einen der Schwerpunkte unserer Tagung bilden.

Doch diese Aufgabe steht auch in einem größeren geschichtlichen Kontext, wo die Gesetzmäßigkeiten, die in der „Zeit als Realität“ (Rudolf Steiner) walten, beachtet werden wollen. Was hat es zu bedeuten, dass wir im Zeitenlauf jenen Jahren entgegengehen, wo der geschichtliche Impuls der Dreigliederung des sozialen Organismus von 1917/19 in seine 3x33-jahrige Auferstehungszeit (s. Rudolf Steiner 23. - 26. Dezember 1917, GA 180) kommt, aber dem auch jene Zeit vorangeht, wo im 100-Jahr-Abstand die Völker Europas im Streit miteinander lagen und die ganze Welt in dieses Kriegsgeschehen mit hineingezogen wurde?

Die mit all dem aufgeworfene Aufgabe, Europa menschen- und zeitgemäß zu gestalten bedarf des kollegialischen Zusammenwirkens in konkreten Projekten. Im Blick darauf wird dazu für unsere Ostertagung ein Kolloquium mit aktiven und kompetenten Menschen der zivilgesellschaftlichen Bewegungen vorbereitet – als Beginn eines Dialogs, der zu gegenseitiger Wahrnehmung als Basis für ein künftiges Zusammenwirken führen soll. – Denn: Ein einzelner hilft nicht, sondern wer sich mit vielen zur rechten Stunde vereinigt!“ (aus: J. W. Goethe „Das Märchen“, 1794/95).

Übersicht über die Tagungswoche ››› pdf

 

Zur Vorbereitung:

Der Blick auf "Europa" gehört von Anfang an zur Arbeit im Internationalen Kulturzentrum Achberg. Eine letzte Etappe in dieser Fragestellung wurde mit der sich im Zeitgeschehen ankündigenden Verfassungsperspektive Ende der 1990er Jahre eröffnet und daraus im Jahr 1999 die Initiativ-Gesellschaft EuroVision gegründet. Ziel war und ist es mit neuen Ideen und demokratischen Projekten den europäischen Integrationsprozess zu befördern. Von Seiten der Geschichte ist der dann im Jahr 2000 konkretiesierte Weg zu einem Europäischen Verfassungsvertrag vorerst im Sande verlaufen. Übrig blieb der Lissabon-Vertrag als Erneuerung der gemeinsamen Vertragsgrundlagen. Die Herausforderungen der letzen Jahre mit ihren vielfältigen Krisen werfen die Frage erneut auf und es zeichnet sich eine weitere Etappe hin zur "Finalisierung" der europäsichen Einigung ab. Auch dieser Weg wird nicht an das Ziel einer zukunfsfähigen Gesellschaft führen, wenn nur die bisher üblichen Vorstellungen von Staat, Wirschaft und Kultur im Spiele sind und auch nur die bisherigen Prozederen der Entscheidungsfindung zwischen den Regierungen der Mitgliedsländern zum Zuge kommen. Es bedarf der wesensgemäßen Ideen und der Wege des Ausgleichs der sich konkurenzierenden Interessen. Dazu sei zur Vorbereitung auf einige Arbeisergebnisse der Jahre 1999 bis 2008 verwiesen:

Die Texte findet man hier www.ig-eurovision.net/grundlagen

 

Als weitere Arbeitsgrundlage dient auch die bei unserer letzten Weihnachtstagung von Herbert Schliffka vorgestellte "Zusammenschau zozialwissenschaftlicher Texte" ››› pdf

 

Weiters sei an die Studie "Auf der Suche nach der Seele Europas" erinnert ››› pdf

 

Kosten inklusive Tagungsgebühr und Vollpension pro Tag bzw. Übernachtung

Einzelzimmer: € 60.- | Doppelzimmer: € 50.- | Mehrbettenraum: € 40.- | Zelt: € 35.-

Nur Vollpension ohne Übernachtung: € 24.-

Bei Buchung ohne Unterkunft oder Verpflegung, Tagungspauschale : € 10.-

 

>> Anmeldung (auf der Webseite des Humboldt-Hauses)

 

Für die Tagungsvorbereitung verantwortlich:
Herbert Schliffka und Gerhard Schuster


Bei Fragen und Interesse an Mitwirkung:

 tagungsvorbereitung@kulturzentrum-achberg.de

Die Tagung wird veranstaltet vom Internationalen Kulturzentrum Achberg
gemeinsam mit der
IG-EuroVision Deutschland und Österreich 

www.ig-eurovision.net

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