Farbgestalten von Dorit Volland

Ausstellung im Humboldt-Haus des Internationalen Kulturzentrums Achberg

Farbgestalten

Ölbilder von Dorit Volland

vom 13. Juli bis 17. Oktober 2014 /  Vernissage am 13. Juli um 17 Uhr

 

Wenn die Farbe mit der Form ringt
 

Ölbild von Dorit Volland

Auf den Bildern von Dorit Volland findet der Betrachter keine Gegenstände. Warum auch? Jede einzelne Farbe hat selbst genug zu sagen und je nach Begegnung mit der einen oder anderen Farbe entstehen harmonische, angespannte, dramatische, heitere oder anders gestimmte Beziehungen. Jede einzelne Farbe ist so charakterstark, wie eine einzelne Person. Auf die Leinwand gebannt, kann sich keine der Auseinandersetzungen mit den anderen entziehen. Mit dieser künstlerischen Position in der Malerei steht Volland im Kontrast zu den heute üblichen Trends. Geboren wurde die Malerin 1945 in Zoppot, die Kriegsjahre lebte sie mit Mutter und Geschwistern in Salzburg. Die Schulzeit beendete sie in Stuttgart, wo sie auch an der Akademie der bildenden Künste bei Paul Uwe Dreyer und Sonderborg Malerei studierte.

Sie entdeckte die evokative Kraft der Farben und machte diese zu ihrem eigentlichen Thema. Nicht eine Beobachtung oder ein Gegenstand  bildete von nun an den Anlass für eine Bild, sondern die Klänge der einzelnen Farben. So verzichten die jüngeren Bilder immer häufiger auch auf geometrische Formen oder graphische Elemente und erzeugen die Bildgestaltungen aus dynamischen Prozessen, die den Prozessen in der Natur ähneln. Bildbetrachter fühlen sich an Vorgänge in der Natur erinnert, wie etwa Wirbel oder Wolkenkonfigurationen und manchmal auch an einen beginnenden Kristallisationsprozess, alles in Momentaufnahmen festgehalten.


Ölbild von Dorit VollandUrnebel in Türkis und Rot, Dunstschwaden in graugrün und orange, Spiegelungen in hellem Gelb und zartem Lila aus denen Formen entstehen, die schon im Übergang zur völligen Auflösung oder Neugestaltung sind, rühren an die Emotionen des Bildbetrachters, wo sie mal mehr mal weniger Sympathie auslösen. Ihre kontrastierenden, voneinander abgegrenzten und sich doch immer wieder ineinander schiebenden weichen Farbflächen haben eine rätselhafte Strahlkraft und eine innere Ordnung welche die selbst erzeugte Spannung wieder in ein Gleichgewicht bringt. Für Intellektuelle und  Aktionsüchtige bedeutet diese Emotionalität ohne Gegenständlichkeit und ohne Text die reinste Provokation. Reiben können sie sich nicht an Kommentaren der Künstlerin zu Jemandem oder zu etwas, sondern nur an dem, was am wenigsten persönlich ist: Das Wesen der Farbe. Und diesen  Wesen setzt sich der Bildbetrachter aus, fühlt sich zu dem einen oder anderen Bild hingezogen, weil es ihm gibt, was seine von den Mühen des Alltags ausgelaugte Seele braucht. 

 

Ausstellung von Dorit VollandVom 13. Juli bis zum 17. Oktober 2014 kann sich jeder Interessierte selbst einen Eindruck verschaffen, „Farbgestalten“ lautet der Titel der Ausstellung im Humboldt Haus Achberg-Esseratsweiler. Die Vernissage findet am 13. Juli um 17 Uhr statt. Die heute in Berlin lebende Künstlerin ist anwesend.


Unter Anleitung von Susanne Volland, der Tochter der Künstlerin, soll im künstlerischen Teil der anschließenden Sommertagung des Internationalen Kulturzentrum Achberg - bezugnehmend auf die Ausstellung - eine Befassung mit dem Wesen der Farbe weiter geführt werden.

 

 

 

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