2012 Anna Klekottka

Rund ums Quadrat

Anna Klekottka 11


Ausstellung mit Werken von Anna Klekottka

im Humboldt-Haus des Internationalen
Kulturzentrums Achberg

27. Oktober 2012 bis 15. März 2013

(Beachten Sie unsere Öffnungszeiten im Winter)

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Ab 27. Oktober zeigt das Humboldt-Haus des Internationalen Kulturzentrums Achberg (INKA) eine Ausstellung mit Bildern von Anna Klekottka. Die Künstlerin war in den 70er Jahren aktive Mitarbeiterin des INKA und lebt seit 1990 in Neuseeland. Die gezeigten Arbeiten setzen sich in verschiedenen Serien mit der Idee der buddhistischen Gebetsfahnen auseinander und basieren kunsthistorisch auf dem Konzept des Quadrates. Alle Bilder wurden 2012 während eines Deutschlandaufenthaltes produziert und stehen zum Verkauf.

Nau mai, haere mai!
('Herzlich willkommen' auf Maori)

 

Anna Klekottka 04

Biographisches:

Anna Ilse Klekottka, geb. Jübermann

geb. 1949 in Herne/Westfalen

Besuch von Grundschule und Gymnasium in Herne

1968-1971 Studium am Sprachen- und Dolmetscher-Institut München

1972-1974 Mitarbeiterin im Internationalen Kulturzentrum Achberg

1974-1980 Ausbildung zur Keramikmeisterin mit Fokus auf Fayence und keramische Plastik.

Seit 1981 selbständige künstlerische Tätigkeit

1990 Auswanderung nach Neuseeland. Tätig als freischaffende Künstlerin in den Gebieten Malerei und Bildhauerei. Studium der Kunstgeschichte an der Universität Christchurch. Ausstellungen in Deutschland und Neuseeland. Arbeiten in verschiedenen Galerien und Privatsammlungen.

 

Anna Klekottka 01


Die hier ausgestellten Bilder von Anna Klekottka, die Gebetsfahnen-Serien, Linien und Flächen sowie Arbeiten mit Karton auf Leinwand, basieren auf einer Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem ‚Quadrat‘. Um diese neuen Arbeiten von 2012 ein wenig zu kontextualisieren, geben wir im Folgenden einen kurzen historischen Abriß mit einigen Beispielen über die Bedeutung und Entwicklung des Quadrates in der Kunst.

Besonders in der Geschichte der Malerei spielt das Quadrat eine außerordentlich bedeutende Rolle. Ursprünglich handelte es sich bei der ‚Quadrierung‘ um ein technisches Hilfsmittel zur exakten Übertragung von Entwürfen auf Leinwände. Die Erfindung dieser Technik wird manchmal Leonardo da Vinci zugeschrieben, aber man weiß, daß ziemlich zeitgleich z.B. auch Albrecht Dürer sie angewandt hat. Für ein zu malendes Bild wurde zunächst eine genaue Zeichung angefertigt, die dann mit einem Liniengitter überlegt wurde. Dieses Gitter wurde später maßstab- bzw. proportionsgerecht auf die Leinwand aufgebracht und das Bild in der Folge Quadrat für Quadrat von der Skizze übertragen und gemalt. Die Zeichnungen wurden gewöhnlich sorgfältig aufbewahrt, denn oft mußten später Kopien erstellt werden, für die dann nicht das Originalgemälde benötigt wurde, sondern die zugrundeliegende Zeichnung benutzt werden konnte. Man kann im Prinzip davon ausgehen, daß jedem akademisch nach Vorentwürfen ausgeführten Bild ein solches Liniengitter unterliegt und dann im Zuge der Fertigstellung übermalt wurde.

 

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Im 20. und 21. Jahrhunderts wurde dieses Gitter vom ursprünglichen Hilfsmittel zum künstlerischen Thema selbst. Mittlerweile ist das Quadrat zu einem Paradigma der Moderne geworden . Unzählige Künstlerinnen und Künstler haben sich in Form und Inhalt damit auseinandergesetzt und es lassen sich eine Vielfalt malerischer und plastischer Konzepte zum Quadrat aufzeigen, von denen in diesem Rahmen nur einige wenige angesprochen werden können. Es gibt z.B. bei Matisse schöne Beispiele von einer Rasterung, die dann thematisch in seine Gemälde integriert ist, aber es war Kasimir Malewitsch, einer der Begründer des russischen Suprematismus, der das Quadrat zu einem seiner am häufigsten gebrauchten Motive wählte. Mit seinem Schwarzen Quadrat auf weißem Hintergrund (1915) schuf er ein absolut bahnbrechendes Werk.

Ausstellungen von Malewitschs und besonders auch El Lissitzkys Arbeiten in Deutschland beeinflussten die 1917 gegründete niederländische Künstlergruppe De Stijl (Theo van Doesburg, Vantongerloo, Mondrian, u.a.), sowie die deutsche Kunstschule Bauhaus, hier besonders Paul Klee und Josef Albers.

 

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